Wirtschaftsachse Küste – Standortbedingungen verbessern
Die Bedeutung der Küstenregion für den Wirtschaftsstandort
Deutschland hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Neben der
herausragenden Funktion der deutschen Seehäfen für den Ex- und
Import der gesamten deutschen Volkswirtschaft sind neue Aktivitäten
und Projekte mit bundesweiten Auswirkungen, so zum Beispiel im
Bereich Windenergie, Meereswirtschaft, blaue Biotechnologie und
Aquakultur, hinzugekommen. Die Wirtschaftsachse Küste hat hierdurch
neue Impulse und eine hohe Dynamik erhalten, die in den nächsten
Jahren zu einem nachhaltigen Wachstum bei Wertschöpfung und
Arbeitsplätzen führen können, wenn es gelingt, die notwendigen
Rahmenbedingungen zu schaffen.
Zu den erforderlichen Rahmenbedingungen gehören neben einer
leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur auch wettbewerbsfähige
Standortbedingungen, die Neuansiedlungen und Betriebserweiterungen
unterstützen und fördern.
Die Küstenregion wurde allerdings im letzten Jahrzehnt mit einer
Vielzahl von rechtlichen Vorgaben überschwemmt, die kaum
miteinander abgestimmt wurden und vielfach die wirtschaftlichen
Gestaltungsmöglichkeiten stark einschränken. Insbesondere über die
umweltorientierten Vorgaben der EU und deren zum Teil
unterschiedliche Auslegung und Anwendung auf der Ebene der
Nationalstaaten sind wirtschaftliche Aktivitäten wesentlich
erschwert oder sogar unmöglich geworden.
Ein Beispiel: Die Sicherung der Verkehrsfunktionen der
Schifffahrtswege und deren Ausbau gehören zu den elementaren
Interessen des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die Einschränkung
dieser Funktionen, z.B. durch die Ausweisung von
Fauna-Flora-Habitat- Gebieten im Fahrwasser von
Bundeswasserstraßen, widerspricht sowohl den Verkehrsfunktionen der
Wasserwege als auch der Notwendigkeit, wettbewerbsfähige
Standortbedingungen für die maritime Wirtschaft sicherzustellen.
Die Initiative Maritimer Standort Nordwest begrüßt daher die
Absicht der EU-Kommission, europaeinheitliche Vorgaben für die
Umsetzung der Umweltvorschriften im Bereich der Häfen vorzulegen,
die die Planungssicherheit für Hafeninvestitionen erhöhen und zu
einer stärkeren Wettbewerbsgleichheit zwischen den europäischen
Staaten führen solen. Zugleich erwartet die Initiative Maritimer
Standort Nordwest, dass vor dem Hintergrund der Wachstums- und
Beschäftigungsstrategie der EU (Lissabon-Strategie) die
wirtschaftlichen Notwendigkeiten im geografischen Bereich der
Ästuare stärker als bisher berücksichtigt werden und fordert die
Bundesregierung auf, sich für eine Modifizierung der
EU-Umweltgesetzgebung, insbesondere bei der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, einzusetzen. Die Entwidmung eines
FFHGebietes z.B. zu Gunsten einer nicht anderweitig realisierbaren
Hafenerweiterung muss prinzipiell möglich sein. Das bisherige
„Einbahnstraßen- Denken“ bei der Ausweisung von FFH-Gebieten muss
aufgehoben werden.
Die Mitglieder der Initiative Maritimer Standort Nordwest:
- Allgemeiner Wirtschaftsverband Wilhelmshaven-Friesland e.V.
- bremenports GmbH & Co. KG
- Handelskammer Bremen
- Industrie- und Handelskammer Bremerhaven
- Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg
- Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum
- Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
- Seaports of Niedersachsen GmbH
- Unternehmensverband Bremische Häfen e.V.
- Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung e.V.
- Wirtschaftsverband Weser e.V.
Kontakt:
Handelskammer Bremen
Am Markt 13, 28195 Bremen
Telefon: 0421 36 37 275
Fax: 0421 36 37 274
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