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  1. Schiene

Projekte: Schieneninfrastruktur

Der Schienengüterverkehr in Nordwestdeutschland stößt bereits heute an seine Kapazitätsgrenzen. Alle Prognosen ergeben ein weiteres Mengenwachstum. Die Initiative Maritimer Standort Nordwest fordert daher die Schieneninfrastruktur in Nordwestdeutschland schnellstmöglich bedarfsgerecht auszubauen und hierzu die folgenden Projekte und Maßnahmen im Nordwesten vorrangig zu finanzieren und umzusetzen:

Ausbau des Bahnknotens Bremen

Der Bahnknoten Bremen stellt für die wachsenden Schienenverkehre aus den Seehäfen Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Brake und Nordenham einen Engpass dar. Die Umsetzung der im Rahmen des Sofortprogramms Seehafenhinterlandverkehr definierten Maßnahmen läuft.
Neben der Umsetzung der definierten Maßnahmen zu Kapazitätserweiterung im Knoten ist auch die anschließende Strecke bis Langwedel als Anschluss zu „Y-Strecke“ auszubauen. Darüber hinaus sind allerdings auch Möglichkeiten der Umfahrung des Knotens zu prüfen um die Belastung der Anwohner zu minimieren. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie läuft, realistisch ist eine Umsetzung jedoch allenfalls mittel- bis langfristig, so dass die Notwendigkeit der Sofortmaßnahmen im Knoten davon unberührt bleibt.

Ausbau der Strecke Langwedel—Uelzen Stendal—Berlin/Magdeburg

Diese Strecke dient vor allem einer besseren Anbindung der bremischen und niedersächsischen Häfen an den südlichen Teil Ostdeutschlands sowie an Mittel- und Osteuropa. Angesichts der wachsenden Bedeutung dieser Wirtschaftsräume für den Hafenhinterlandverkehr ist dieses Projekt von erheblicher Bedeutung.

Ertüchtigung der Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven

Insbesondere durch die im Sommer 2012 anstehenden Inbetriebnahme des JadeWeserPorts kommt diesem Projekt eine prioritäre Bedeutung zu. Die DB AG hat zugesagt, diese Strecke bis zu diesem Zeitpunkt durchgängig zweigleisig auszubauen. Darüber hinaus ist die Elektrifizierung der Strecke einschließlich Lärmschutz schnellstmöglich zu realisieren.

Ausbau des Bahnknotens Oldenburg

Um einen reibungslosen Ablauf des künftigen Güterverkehrs vom JadeWeserPort sicherzustellen zu können, muss auch der Eisenbahnknoten Oldenburg ausgebaut werden. Als vorrangiges Ziel ist der Ersatz der Eisenbahnklappbrücke über die Hunte durch den Neubau einer festen Huntequerung einzustufen.

Einbeziehung und finanzielle Förderung des nicht bundeseigenen Schienennetzes

Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes müssen auch die Möglichkeiten des nicht bundeseigenen Schienennetzes in der Region konsequent genutzt werden. Eine finanzielle Unterstützung des Bundes für die Sanierung, den Ausbau und die Optimierung des nicht bundeseigenen Schienennetzes für den Güterverkehr in Nordwestdeutschland ist daher erforderlich.

Y-Strecke Hamburg – Bremen – Hannover

Mittel- bis langfristig sind die Herausforderungen in Norddeutschland nicht ohne große Infrastrukturvorhaben zu meistern. Zentrales Schienenprojekt ist dabei die „Y-Trasse“. Das Projekt ist in den letzten Jahren vorangekommen, die Planungen laufen. Im Rahmen der Überprüfung der Bedarfspläne für die Bundesschienenwege und die Bundesfernstraßen Ende 2010 hat das Bundesverkehrsministerium auf Grundlage eines optimierten Ausbauumfanges nochmals die Wirtschaftlichkeit des Projektes bestätigt. Gleichzeitig ist das Projekt, das bislang in Hannover enden sollte, um eine Verlängerung bis Lehrte ergänzt worden. Damit wird eine Engpasssituation im Knoten Hannover vermieden.

Zweifellos hat sich die Zielssetzung des Projektes von einer Hochgeschwindigkeitsstrecke für den Personenverkehr hin zu einem Vorhaben für den Hafenhinterlandverkehr maßgeblich verändert. Insofern sollten auch Überlegungen zur Erstellung der „Y-Trasse“ als reine Güterstrecke ernsthaft geprüft werden. Entscheidend ist, dass ein Streckenkonzept erstellt wird, das

  • finanziell realistisch,
  • kommunizierbar,
  • auf Grundlage der bisherigen Planungen (Raumordnungsverfahren) umsetzbar 
  • und insbesondere für den Güterverkehr leistungsfähig ist.
Schienen Karte Maritimer Standort Nordwest